Hochspannung beim letzten Bergrennen der Saison! Wer sichert sich beim Finale in Les Paccots den Tourenwagen-Titel? Die besten Karten haben (in dieser Reihenfolge): Ludovic Monnier, «Speedmaster», Sergio Kuhn und Stephan Burri.
Robin Faustini kann das Finale der Schweizer Berg-Saison 2026 entspannt angehen. Der 28-jährige Aargauer hat mit seinem Nova-Emap NP01 seinen dritten in Serie beim vorletzten Rennen in Oberhallau bereits eingefahren. Auch der Zweitplatzierte Michel Zemp kann beim Finale in Les Paccots nicht mehr eingeholt werden. Weil Marcel Steiner und Victor Darbellay am Sonntag im Fribourgischen nicht am Start stehen, hat der Luzerner seinen zweiten Gesamtrang aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt – unabhängig davon, was beim letzten Rennen noch passiert. Auch der dritte Platz von Steiner ist nicht mehr in Gefahr. Joël Volluz in seinem Norma-Mader V8 kann den sechsmaligen Schweizer Berg-Meister selbst mit einem Tagessieg in Rekordzeit (wegen einem Punkt) nicht mehr abfangen. Einzig Lionel Ryter hat noch theoretische Chancen. Der junge Walliser müsste mit seinem Formel Renault 2.0 dafür aber den Tagessieg erringen. Bei der Konkurrenz (Faustini, Volluz, Zemp, Hugentobler) ein – sagen wir – aussichtsloses Unterfangen.
Ganz anders sieht die Ausgangslage bei den Tourenwagen aus. Dort ist Hochspannung angesagt, wobei einer schon im Vorfeld schlechtere Karten hat: Sergio Kuhn. Der schnelle Peugeot-Pilot hat in seiner Kategorie TCR nur fünf Gegner. Der Zürcher wird also in Les Paccots nur halbe Punkte einstreichen und kann somit maximal 14,5 Zähler holen. Das würde ihn (inkl. Streichergebnis) in der Gesamtwertung auf 118,5 Punkte bringen. Zum Titel wird das voraussichtlich nicht reichen. Die besten Chancen, diesen zu holen, hat Ludovic Monnier. Der gebürtige Waadtländer, der auf diese Saison das letztjährige Meisterauto von Danny Krieg übernommen hat, liegt vor dem Finale auf Rang 2. Gewinnt Monnier die E1, würden weitere 25 Punkte auf sein Konto fliessen. Mit dem Streichergebnis von La Roche (14 Punkte) käme er dann auf total 124 Zähler. Wobei die Betonung auf «käme» liegt. Monnier muss, um 25 Punkte zu kassieren, Top-Piloten wie Christoph Zwahlen, Remo Fischer oder Hermann Bollhalder, der zum ersten Mal in Les Paccots fährt, bezwingen. Krieg ist das im Vorjahr gelungen. Der Vorbesitzer des VW Golf Turbo fuhr in Les Paccots 2025 eine E1-Bestzeit von 59,422 sec (total 1:59,259 min). Monnier ist also gefordert. Aber er hat in diesem Jahr bewiesen, dass er die Zeiten von Krieg fahren, ja sogar schlagen kann. Einen neuen E1-Rekord wird Monnier zum Titelgewinn nicht brauchen. Dieser stammt von Roger Schnellmann aus dem Jahr 2023 und liegt mit 55,698 sec sowieso ausserhalb der Reichweite Monniers.
Die zweitbeste Ausgangslage hat «Speedmaster». Der Berner Garagist greift in Les Paccots mit einem Porsche GT3 in der Interswiss an. Dort könnte er neben den 25 Punkten für die IS-Bestzeit auch noch zwei Extrapunkte für einen neuen Divisions-Rekord einfahren. Dieser liegt bei 58,987 min – aufgestellt im Vorjahr durch Jean-Paul Chiquita (ebenfalls auf Porsche GT3). Gelingt «Speedmaster» dieses Kunststück, käme er auf 123 Punkte. Im Falle eines Monnier-Sieges in der E1 würde das knapp nicht zum Titel reichen…
Traurig, aber wahr: Die schlechtesten Karten im Kampf um den Titel hat der bis dato führende Stephan Burri. Der gebürtige Berner liegt vor dem Finale mit 116 Punkten in Führung, kann sein Konto aber nur dann aufstocken, wenn er in der Interswiss mindestens Zweiter wird. Ein dritter Platz wäre ein weiterer «17er», also ein Streichresultat. Nur ein Zwanziger kann ihn vor Kuhn, wenn dieser in der TCR gewinnt, hieven. Dafür müsste Burri aber zwei der drei IS-Hochkaräter bezwingen. Und das wird eine kaum lösbare Aufgabe. «Speedmaster», Chiquita und Dominic von Rotz im Audi A4, gegen den Burri in Oberhallau zuletzt das Nachsehen hatte, liegen wohl ausser Reichweite des VW-Scirocco-Piloten.
Offen ist auch noch die Entscheidung im Berg-Pokal für hubraumschwächere Fahrzeuge bis 2 Liter. Auch dort liegt Burri in Führung – punktgleich mit Monnier. Sahnen die beiden auch in Les Paccots je 20 Punkte ab, ist Monnier der Sieger, weil er die besseren SCRATCH-Ergebnisse vorweisen kann. Auf Platz 3 – mit fünf Punkten Rückstand – folgt Hans Peter Eller (Opel Kadett).
Zur Strecke: Die Strecke von Châtel-Saint-Denis nach Les Paccots misst 2,325 km. Insgesamt müssen die Piloten 206 Höhenmeter zurücklegen. Die durchschnittliche Steigung beträgt 9,24 Prozent, damit ist Les Paccots das «steilste» Rennen im Kalender 2026. Den Streckenrekord hält Robin Faustini. Er bewältigte die Strecke 2025 in 47,385 sec, was einer ziemlich beeindruckenden Durchschnittsgeschwindigkeit von 176,656 km/h entspricht.
Die Trainingsläufe starten am Samstag, 19. September, ab 13.30 Uhr. 18.30 Uhr wird die Strecke nach Les Paccots wieder für den öffentlichen Verkehr geöffnet. Am Sonntag stehen um 7.30 Uhr und 9.10 Uhr die Trainingsläufe 4 und 5 an. Der erste von drei Rennläufen startet um 10.50 Uhr. Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.30 und 13.30 Uhr. Der Eintritt am Samstag ist frei, das Ticket am Sonntag kostet 15 Franken. Unter 16 Jahren ist der Eintritt auch am Sonntag frei.
Mehr über das Bergrennen Les Paccots erfahren Sie unter https://paccots.ecuriedeslions.ch/
Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots
Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft.
Die Pause in der Schweizer Rallye-Meisterschaft war aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne lang, aber nun geht es weiter: Freitag/Samstag findet die 28. Ausgabe der Rally del Ticino statt. Am Start: 46 moderne und sieben Teams mit historischen Fahrzeugen. Darunter auch der Führende Nicolas Lathion.
Am Freitag/Samstag, 18./19. September, findet im Tessin nach einer langen Pause aufgrund der Absage der Rallye de Bourgogne Côte Chalonnaise der dritte Lauf zur Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026 statt. Mit 46 modernen Autos und sieben historischen Fahrzeugen. Eine Entscheidung um den Meister-Titel wird es noch nicht geben. Das führende Duo in der Rallye-SM, Nicolas Lathion/Morgane Apothéloz, kann aber seinen Vorsprung weiter ausbauen. Denn Lathions Gegner legen (fast) alle eine (noch längere) Pause ein: Von Platz 2 im aktuellen Gesamtklassement bis Rang 10 ist keiner der direkten Konkurrenten Lathions am Start!
Bei einem Sieg im Tessin kämen Lation/Apothéloz auf 65 Punkte. Damit hätte das Skoda-Duo 30 Punkte Vorsprung auf Pascal Perroud und 33 auf Mike Coppens, die im Tessin zu den Abwesenden zählen. Coppens könnte diesen Rückstand bei maximal 32 zu vergebenen Zählern beim Finale im Wallis nicht mehr aufholen. Perroud bräuchte einen Sieg bei der Rallye du Valais – bei gleichzeitig viel Pech auf der Seite von Lathion. Auch Thibault Maret hätte bei einem Sieg von Lathion im Tessin noch eine klitzekleine Chance, beim Heimspiel mit seinem Walliser Kantonskollegen gleichzuziehen. Aber Fakt ist: Lathion kann mit einem guten Ergebnis bei der 28. Ausgabe der Rally del Ticino einen grossen Schritt in Richtung ersten Schweizer Rallye-Meister-Titel machen. «Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu machen, damit wir bei der Rallye du Valais eine möglichst gute Ausgangslage vorfinden», sagt Lathion, der dank zwei dritten Plätzen beim Critérium Jurassien respektive der Rallye du Chablais in der Meisterschaft vorne liegt.
Ob Lathion/Apothéloz im Tessin ein Wörtchen um den Sieg mitreden können, ist eine andere Frage. Der Mann, den es zu schlagen gilt, ist Kevin Gilardoni. Der 34-Jährige aus Soazza im italienisch sprechenden Teil des Graubündens hat die Rally del Ticino schon sechs Mal (in der Gesamtwertung) gewonnen – zuletzt 2024. Ihn auf einem Toyota Yaris GR Rally2 im Tessin zu bezwingen, wird schwierig werden. Und dann ist da auch noch besagter Thibault Maret. Der 26-Jährige ist schon fünf Mal im Rahmen einer Rallye, die zur Schweizer Meisterschaft zählt, aufs Podium gefahren. Nur zu gerne würde der Fahrer des Citroën C3 Rally2 einmal ganz oben stehen.
Gespannt darf man auf das Abschneiden von Gauthier Hotz sein. Der Sohn des achtmaligen Schweizer Rallye-Meisters Grégoire Hotz kehrt nach einer längeren Pause zurück. Viel Erfahrung im Rally2-Skoda bringt er allerdings nicht mit. Seine letzte und bisher einzige Rallye mit einem Rally2-Auto bestritt er 2024 in Italien. Schon damals (wie heute) sass der erfahrene Walliser Michaël Volluz auf dem Beifahrersitz. Zu den weiteren Podiumskandidaten bei der «Ticino» zählen auch die beiden Skoda-Fabia-Kutscher Stefano Mella und Kim Daldini. Insgesamt stehen 17 Rally2-Autos am Start. Dazu gesellt sich der Citroën WRC C3 von Mirko Puricelli und die Alpine A110 GT+ von Joël Rappaz.
In der historischen Klasse, der VHC, sind Vorjahressieger Clovis Brosy/Frédéric Erismann sowie das führende Duo in der Meisterschaft, Edy und Florence Bérard, am Start. Zu diesen beiden BMW gesellt sich ein weiterer M3; der von Julien Camandona/Melanie Crettaz. Für Spannung ist also auch hier gesorgt.
Die Servicezone und das Hauptquartier der Rallye befinden sich in Mendrisio. Die Rallye beginnt am Freitag, 18. September, mit den administrativen Abnahmen, den technischen Kontrollen und einer Super-Sonderprüfung in Chiasso ab 21 Uhr. Der Start zur zweiten Etappe bestehend aus fünf weiteren Prüfungen erfolgt am Freitag, 19. September. Wobei die Prüfung «Valcolla» drei Mal (zwei Mal verkürzt), die Prüfung «Malcantone» zwei Mal absolviert wird. Insgesamt werden bei der «Ticino» 59,57 Kilometer zurückgelegt. Damit gilt die Rallye als eine Veranstaltung vom Typ 3.
Mehr Infos zur Rally del Ticino finden sie unter diesem Link.
Termine Schweizer Rallye-Meisterschaft 2026
27./28. März, Critérium Jurassien
28.-30. Mai, Rallye du Chablais
10.-11. Juli, ABGESAGT, Rallye de Bourgogne-Côte Chalonnaise (FRA)
18./19. September, Rally del Ticino
29.-31. Oktober, Rallye International du Valais
Die Disziplinarkommission (DK) von Auto Sport Schweiz hat ein faktenbasiertes Urteil bezüglich einer schwerwiegenden Reglementsverletzung im Kartsport gefällt. Betroffen ist die Fahrerin Emily Hunkeler (12.11.2020), Inhaberin der Puffo-Trainingslizenz Nr. 504008.
Qualifikation als Rennen
Aufgrund der vorliegenden Akten und der nachweislich durchgeführten Siegerehrung hat die DK die Veranstaltung «T4 Tillotson Euro Cup, Kategorie Bambino» vom 16./17. Mai 2026 auf dem South Garda Karting Circuit (ITA) gemäss der Definition des Internationalen Sportgesetzes (ISG) der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) rechtlich als Wettbewerb bzw. Rennen qualifiziert. Emily Hunkeler hat folglich mit einer dafür nicht zulässigen Puffo-Trainingslizenz an einem Kart-Wettbewerb teilgenommen. Gemäss den Bestimmungen des Lizenz-Reglements der Nationalen Sportkommission (NSK) für den Kartsport (Jahrbuch Karting 2026, Kapitel III) sowie dem dazugehörigen «Merkblatt Puffo» berechtigt die Puffo-Trainingslizenz ausschliesslich zur Teilnahme an Demonstrations- und Trainingsfahrten mit Material der Kategorie Puffo. Die Teilnahme an Rennen ist explizit ausgeschlossen.
Einsatz unzulässigen Materials und Gefahrenpotenzial
Neben der unerlaubten Rennteilnahme wurde bei diesem Wettbewerb ein Kart eingesetzt, das wesentlich leistungsstärker war als im Rahmen der Puffo-Trainingslizenz vorgesehen. Das Abweichen von den technischen Vorgaben der Puffo-Kategorie stellte ein entsprechend hohes Gefahrenpotenzial für das Kind dar. Emily Hunkeler hat damit gegen mehrere gültige Bestimmungen der ASS verstossen.
Rechtliche Verantwortlichkeit und Sanktionierung
Die DK hält fest, dass Emily Hunkeler im Alter von fünf Jahren nicht in der Lage ist, die aktuellen Reglemente zu lesen und zu verstehen. Die Hauptverantwortung für die Widerhandlungen gegen die gültigen Bestimmungen trägt der Erziehungsberechtigte, Markus Brun.
Da der Erziehungsberechtigte jedoch selbst keine Lizenz von Auto Sport Schweiz besitzt, kann gegen ihn keine sportrechtliche Sanktion durch die DK verhängt werden. Gleichzeitig sieht das ISG keine Strafminderungen für Minderjährige vor. Aus diesen rechtlichen Gründen wird in diesem Fall die lizenzierte Pilotin Emily Hunkeler sanktioniert.
Urteil der DK
Zum Schutz der Minderjährigen und in Anwendung der gültigen Reglemente wird durch die DK folgendes Urteil gegen Emily Hunkeler ausgesprochen:
Der Entscheid wurde der verurteilten Partei schriftlich mit Abgabe der Rechtsmittelbelehrung zugestellt. Auf eine Berufung innerhalb der 96-stündigen Frist wurde verzichtet.
Aufgrund der Absage des Bergrennens am Gurnigel starteten einige Schweizer Bergrennfahrer und -fahrerinnen am Wochenende beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl respektive beim Finale der französischen Meisterschaft am Mont Verdun.
Die schon Mitte August erfolgte Absage des Bergrennens am Gurnigel veranlasste einige Schweizer Fahrer respektive Fahrerinnen, am vergangenen Wochenende stattdessen beim Deutschen Meisterschaftslauf in Eichenbühl an den Start zu gehen. Zwei von ihnen kamen mit Pokalen für Klassensiege nach Hause. Aus Zeitgründen fiel die Entscheidung bei wechselhafter Witterung in nur zwei Rennläufen.
Wie bei den meisten Schweizer Bergrennen war Sergio Kuhn mit seinem Peugeot 308 TCR in Deutschland der Schnellste. Er gewann nicht nur seine Klasse, sondern auch die gesamte Gruppe nach Performance-Faktor 4. Als Gesamtzwölfter war Kuhn der Schnellste aus der Schweizer Fraktion.
Als strahlende Siegerin über zwei Klassenkonkurrenten liess sich Vanessa Zenklusen (Subaru Impreza) feiern. In seiner aus 17 Wagen bestehenden Klasse bis 1400 cm3 stieg Andreas Helm (VW Polo) als Dritter ebenfalls aufs Podium. Der mit Schweizer Lizenz startende Süddeutsche Hansi Eller holte zudem mit seinem Opel Kadett 1.6 einen Klassensieg. Der Gesamtsieg ging an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik auf Nova Proto Emap Turbo.
Mit dem 100. Bergrennen Limonest–Mont Verdun endete am Sonntag die französische Bergmeisterschaft 2026. In Wertung kamen die zwei schnellsten Zeiten aus vier Rennläufen. Hinter dem bereits als Champion de France de la Montagne feststehenden Tagessieger Marc Pernot im «kleinen» Nova Proto Hartley Turbo holte Victor Darbellay beim Jubiläumsrennen als Gesamtfünfter hinter drei Dreiliter-Sportwagen den zweiten Platz in der Klasse 2B. Als 14. im Gesamtklassement gewann Jean-Jacques Maitre im Nova Proto mit Honda-Saugmotor solo die Klasse 2A. Als Gesamt-23. bezwang Roland Bossy im Tatuus F3T-318 seinen einzigen Gegner mit einem identischen Rennwagen in der Klasse 8., hingegen musste sich Hervé Villoz mit seinem Dallara F302-04 dem einzigen Gegner in der Klasse 4 geschlagen geben. In der separaten VHC-Meisterschaft der historischen Fahrzeuge eroberte Guillaume Mathez im Peugeot 309 GTI 16S einen überlegenen Klassensieg.
Text: Peter Wyss
Und wieder einmal haben am Wochenende ein paar Schweizer (respektive Liechtensteiner) international für Furore gesorgt. Allen voran Ricardo Feller, der in der DTM endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern durfte.
Ricardo Feller hat lange auf diesen Moment warten müssen. Seit dem Rennen am Lausitzring ist der gebürtige Aargauer nicht mehr in die Nähe des Podiums gekommen. Am Wochenende hat es endlich wieder geklappt. Auf dem Sachsenring (GER) sicherte sich der Porsche-Pilot aus dem Team Manthey Racing nach Rang 13 am Samstag im zweiten Rennen den dritten Schlussrang. «Das war ein wirklich tolles Rennen», meinte Feller. «Es wäre cool, wenn jedes Rennen so spannend wäre, und ich freue mich sehr, dass das Team ein Doppelpodium feiern darf und wir nun die Meisterschaft bei den Fahrern und bei den Teams anführen. Das haben sich alle sehr verdient. Ich bin auch unfassbar dankbar, dass meine Crew nach den Mittelfeldkämpfen am Samstag das Auto wieder so aufgebaut hat, dass dieses Ergebnis am Sonntag möglich war und dass sie auch nie aufhören an mich zu glauben. Von mir aus können wir in Hockenheim so weitermachen.»
Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen liegt hinter Emil Frey Racing. Am Samstag fehlte dem Team die Pace der Spitze, und Matteo Cairoli sowie Thierry Vermeulen kamen auf den Plätzen 6 und 9 ins Ziel. Am Sonntag lief es dann trotz schwieriger Ausgangspositionen aus dem nassen Qualifying besser. Cairoli kam nach einer beeindruckenden Vorstellung als Vierter über die Ziellinie, Vermeulen beendete das Rennen auf Rang 7. Damit bleibt der Titelkampf bis zum Saisonfinale in Hockenheim offen: Mit 47 Punkten Rückstand sowohl in der Fahrer- als auch in der Teamwertung ist eine Top-3-Platzierung noch in greifbarer Nähe. Die Rennen am Sachsenring gingen an Marco Wittmann und Ben Dörr.
Sechs Mal ist Matthias Kaiser in der European Le Mans Series schon auf dem Podium gestanden: vier Mal war er (seit seinem ersten Rennen 2021) Dritter, zwei Mal Zweiter. Gestern Sonntag ist dem Liechtensteiner mit seinem ersten Sieg in Silverstone (GBR) der Durchbruch gelungen. Zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Jake Hughes und Ben Barnicoat setzte sich der Fahrer aus dem Team Algarve Pro Racing erfolgreich durch. Mit diesem Sieg rückte Kaiser vor dem Finale in Portugal (10. Oktober) in der Gesamtwertung auf Rang 3 vor. Leader – und das ist aus Schweizer Sicht noch erfreulicher – ist Grégoire Saucy. Der Jurassier wurde in Silverstone mit seinem Team United Autosports Sechster und hat vor dem Finale ein Polster von 13 Punkten. Auch in der LMP3 gibt es aus Schweizer Sicht Grund zur Freude: Das Team CLX liegt nach einem zweiten Klassenrang in Silverstone weiter auf Meisterschaftskurs.
Das gilt auch für Jenzer Motorsport in der FIA F4 CEZ. Beim vorletzten Rennen in Brünn (CZE) sicherte sich das Team aus Lyss/BE alle vier Rennsiege. Zwei Mal sicherte sich Jenzer gar einen Dreifach-Triumph. Auch der ehemalige Schweizer Kart-Meister Georgiy Zasov hatte allen Grund zum Jubeln. Der in Lugano wohnhafte und in London zur Schule gehende Zasov feierte im dritten Durchgang seinen ersten Formel-4-Sieg. Im Finale wurde er Siebter. In der Meisterschaft liegt der Deutsche Elia Weiss aus der Jenzer-Talentschmiede weiter in Führung.
Zum Kartsport: Auch dort gibt es wieder zwei Erfolgsmeldungen. Zoltan Coigny hat beim Finale der IAME Series Italy in Viterbo nicht nur das letzte Rennen souverän gewonnen, der 13-Jährige aus Dully/VD hat sich mit diesem Sieg bei den Junioren auch den Titel gesichert. Herzliche Gratulation an dieser Stelle! Auch in Lonato (ITA) stand ein Schweizer ganz oben. Beim achten Lauf zum ROK Cup Italy setzte sich der Thurgauer Iven Ammann bei den Junioren gegen 35 Konkurrenten durch.
Eine breite Allianz nationaler Sportverbände unterstützt Rolf Enz im Rennen um den freiwerdenden Sitz im Exekutivrat von Swiss Olympic. Der Aero-Club der Schweiz AeCS, Schweizer Unterwasser-Sport-Verband SUSV, Eidgenössischer Schwingerverband, Swiss Wrestling Federation, Schweizerischer Schachbund, Swiss Moto Federation und Auto Sport Schweiz tragen seine Kandidatur offiziell mit.
Damit steht hinter Rolf Enz nicht nur ein einzelner Verband, sondern eine gemeinsame Initiative aus unterschiedlichen Sportwelten. Ihr Ziel ist klar: die operative Realität der kleinen und mittleren Sportverbände soll dort stärker eingebracht werden, wo die strategischen Entscheide für den Schweizer Sport getroffen werden.
«Was aus einer spontanen Idee anlässlich des letzten Sportparlaments von Swiss Olympic zwischen Rolf Enz und mir entstanden ist – wir benötigen einen «Motor» im Exekutivrat von Swiss Olympic - ist in den letzten Wochen und Monaten zu einer grossartigen breit abgestützten Kandidatur geworden» hält Auto Sport Schweiz Direktor Patrick Falk fest und betont, wie wichtig diese Wahl für den nationalen Automobil- und Kartsport Verband Auto Sport Schweiz sein wird.
Kleine und mittlere Verbände tragen einen wesentlichen Teil des Schweizer Sports. Sie organisieren Meisterschaften und Veranstaltungen, fördern den Nachwuchs, bilden Trainerinnen und Trainer sowie Funktionärinnen und Funktionäre aus und mobilisieren zahlreiche ehrenamtlich engagierte Menschen. Sie erbringen professionelle Leistungen – häufig mit kleinen Teams, knappen Ressourcen und einer grossen Nähe zur Sportbasis. Trotz dieser Bedeutung ist ihre besondere operative Realität auf der strategischen Führungsebene des Schweizer Sports heute noch wenig sichtbar.
«Kleine und mittlere Verbände sind kein Randsegment des Schweizer Sports. Ihre Bedeutung muss sich auch in dessen strategischer Führung angemessen widerspiegeln», sagt Rolf Enz. «Ich möchte ihre Erfahrungen und Anliegen direkt in den Exekutivrat einbringen – konstruktiv, lösungsorientiert und mit Blick auf den gesamten Schweizer Sport.»
Die Kandidatur wurde von Beginn an gemeinsam entwickelt. Innerhalb kürzester Zeit wurden mehr als 25 nationale Sportverbände in den Dialog einbezogen. An zwei Round Tables diskutierten Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Sportarten und Verbandsgrössen die gemeinsamen Herausforderungen sowie ihre Erwartungen an eine stärkere Vertretung im Exekutivrat. Der intensive Austausch wird derzeit in weiteren Gesprächen mit interessierten Verbänden fortgeführt.
Die Gespräche zeigen eine breite Resonanz: über verschiedene Sportarten und Verbandsgrössen hinweg besteht das Bedürfnis nach mehr Praxisnähe, Verhältnismässigkeit und einem direkteren Zugang zur strategischen Führungsebene. Auffallend: auch grössere Verbände erachten es als wichtig, die Perspektive der kleinen und mittleren Organisationen stärker einzubeziehen.
Die Wahl für die Nachfolge von Ruth Wipfli Steinegger findet am 20. November 2026 anlässlich des Sportparlaments von Swiss Olympic statt.
Bei keinem Rennen kommen so viele Zuschauer wie in Wohlen! Und bald ist es wieder soweit: Das Heimrennen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft, das Finale zum diesjährigen Championat, findet am Samstag, 10. Oktober 2026, statt. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies über www.go4race.ch noch bis eine Woche davor (Samstag, 03. Oktober 24.00 Uhr) machen. Dabei sein, lohnt sich. Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft bietet nicht nur attraktive Rennfelder, das hohe Niveau und die spannenden Positionskämpfe zeichnen die Meisterschaft seit Jahren aus.
Wir freuen uns auf deine Einschreibung! Für allfällige Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter 031 979 11 11 oder per E-Mail an info@motorsport.ch
Für alle Kart-Freunde, Tanten, Göttis und sonstige Bekannten: Der Eintritt zum Finale der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft ist frei!!!
Am Wochenende ist es wieder soweit: Eine Woche nach der Arosa ClassicCar findet die Bernina Gran Turismo statt. Rund 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge werden in La Rösa am Start stehen.
Der Berninapass zwischen dem Puschlav und dem Engadin ist nicht nur eine alpine Verbindung, sondern eine Bühne für Motorsportgeschichte. Bereits 1929 und 1930 fanden hier die ersten Bernina-Bergrennen statt, bei denen Legenden wie der Deutsche Hans Stuck oder der Monegasse Louis Chiron die kurvenreiche Strecke bezwangen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 66,4 km/h setzte Stuck damals erste Massstäbe .
Nach Jahrzehnten der Stille wurde 2015 das Bernina-Bergrennen als Bernina Gran Turismo wiederbelebt. Dieses Event bringt seither jährlich eine Auswahl historischer Renn- und Sportwagen zurück auf die 5,7 km lange Strecke von La Rösa bis zur Passhöhe. Mit über 50 Kurven und einem Höhenunterschied von 450 Metern bietet die Strecke eine einzigartige Herausforderung für Mensch und Maschine.
Die diesjährige Ausgabe geht am kommenden Wochenende (12./13. September) über die Bühne. Die BGT umfasst drei unterschiedliche Kategorien, die jeweils einen eigenen Zugang zu historischem Automobilsport und Wettbewerb widerspiegeln. Die Kategorie Competition richtet sich an Pilotinnen und Piloten, die auf den 5,7 Kilometern zwischen La Rösa und Ospizio Bernina auf maximale Performance aus sind. Die Kategorie Regularity belohnt Beständigkeit statt Geschwindigkeit und fordert die Teilnehmenden dazu auf, vorgegebene Zeiten mit höchstmöglicher Präzision zu reproduzieren. Die Kategorie Demo bietet bedeutenden historischen Fahrzeugen, Rennwagen und modernen Hochleistungsautomobilen die Möglichkeit, den Berninapass ausserhalb des Wettbewerbs zu erleben.
Zu den Fahrzeugen, die 2026 ihr Debüt bei Bernina Gran Turismo feiern, zählen der Chevron B8 GT von 1968, der Ferrari 250 GT von 1955, der Ferrari 275 GTB Alloy von 1965, der Datsun 280Z von 1975, der Healey Westland C von 1950, der Riley TT Sprite von 1931, der Renault 5 Turbo von 1982, das Stanguellini 1100 Coupé Motto von 1947, der Alfa Romeo Giulia TZ1 von 1965 sowie der Lancia Stratos Group 4 von 1974. Auf den Berninapass zurückkehren der Alfa Romeo 8C 2300 von 1932, der Alfa Romeo Giulia TZ2 von 1965, der Maserati A6GCS/53 von 1954 und der Shelby Cobra 427 S/C von 1966. Auch Arosa-Sieger Thomas Amweg wird mit dem Amweg F2 am Start stehen. Um den besonderen Charakter der Veranstaltung zu bewahren, bleibt das Teilnehmerfeld auch in diesem Jahr auf maximal 70 sorgfältig ausgewählte Fahrzeuge beschränkt.
Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann Bernina Gran Turismo erneut über den offiziellen YouTube-Kanal und Swiss Sport TV live verfolgen. Mehr Infos (auch zur Streckensperrung) erfahren Sie unter www.bernina-granturismo.com
Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple haben ihre Siegesserie im Deutschen Rallye Cup am Wochenende fortgesetzt. Für das Finale am 31. Oktober hat sich der Berner Oberländer damit in eine Top-Ausgangslage gebracht.
Das Schläppi Rallye Team hat seine souveräne Siegesserie im Ravenol Deutschen Rallye Cup fortgesetzt – und hat so die Weichen für das Meisterschaftsfinale Ende Oktober gestellt. Bei der 33. ADAC Rallye Ostwestfalen feierten Mathias Schläppi und sein Beifahrer Dominique Juple am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Klassensieg in der Kategorie NC3. Mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten auf die Zweitplatzierten überquerte das Schweizer Duo am Ende die Ziellinie im Norden Deutschlands unweit von Bielefeld. Auch im Gesamtklassement belegten die beiden im orange-blauen Peugeot 208 R2 eine beachtliche Platzierung: Im Feld der 68 gestarteten Teams fuhr Schläppi auf einen starken zehnten Gesamtrang und war damit zweitschnellster Fronttriebler.
Damit hat das Schläppi Rallye Team das primäre Saisonziel der Vorläufe erreicht: Die maximal sieben einzubringenden Wertungsresultate sind im Kasten: sechs Klassensiege sowie ein zweiter Platz. «Die Erleichterung im Ziel war riesengross. Wir haben uns mit dieser fehlerfreien Fahrt die beste Ausgangslage geschaffen, die man sich für das grosse Meisterschaftsfinale nur wünschen kann», zieht Schläppi zufrieden Bilanz. Durch die optimale Punktausbeute geht die Mannschaft aus dem Berner Oberland als grosser Gejagter in die entscheidende Phase.
Bis zum DRC-Saisonfinale im Saarland, das am 31. Oktober ausgetragen wird und bei dem doppelte Punkte vergeben werden, verbleiben nun noch einige Wochen. Ob Schläppi mit seinem Rallye-Team zur Überbrückung noch eine weitere Veranstaltung bestreiten wird, entscheidet die Mannschaft in den kommenden Wochen. Der Fokus liegt nun erstmal auf dem Kundenprogramm. Bei der Rallye Kohle und Stahl in zwei Wochen (19. September) startet Gaststarter Dino Wintsch im Peugeot 208 Rally4 des Teams.
Im hart umkämpften internationalen Rennsport haben sich auch an diesem Wochenende wieder ein paar Schweizer Renn-Profis mit starken Leistungen ausgezeichnet.
Obwohl Sébastien Buemi beim fünften Lauf zur diesjährigen Langstrecken-Meisterschaft in Austin (USA) nur Sechster wurde, liegt der Toyota-Werkspilot weiter ganz gut im Rennen um den WEC-Titel 2026. Mit nur elf Punkten Rückstand auf Platz 1 hat Buemi bei noch drei ausstehenden Rennen intakte Chancen auf einen möglichen Titelgewinn, wenngleich er vom Rennen in Texas enttäuscht war. «Es war ein wirklich trauriger Tag für uns, denn die Geschwindigkeit war da. Wir haben am Ende unser Bestes gegeben und noch ein paar Punkte gerettet, aber es war wirklich eine grosse verpasste Chance. Positiv ist, dass das Auto sehr schnell war, aber es ist immer frustrierend, wenn man ein gutes Ergebnis auf diese Weise (Durchfahrstrafe und virtuelles Safety-Car, d. Red.) verliert. Wir werden hart arbeiten und hoffentlich in Fuji ein besseres Rennen fahren.» Für BMW-Werksfahrer Raffaele Marciello endete das Rennen auf Platz 8. Auch er ist mit 21 Punkten Rückstand auf die Spitze noch im Rennen um den Titel, konnte in Austin aber nicht in die Entscheidung um den Gesamtsieg eingreifen. «Uns hat auf dieser Strecke der Speed gefehlt», meinte Marciello mit leicht hängendem Kopf. «Immerhin haben wir noch ein paar Punkte geholt.» Der Sieg in Austin ging an den Ferrari mit der #50 (Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen).
Auf Meisterschaftskurs im ADAC GT Masters befindet sich Felix Hirsiger. Der ehemalige Porsche-Sports-Cup-Suisse-Gewinner hat am fünften Rennwochenende seinen vierten Saisonsieg eingefahren. Hirsiger schaffte es im zweiten Lauf auf dem Salzburgring (AUT), die Angriffe des Deutschen Colin Bönighausen auf den letzten elf Runden abzuwehren. Ein Rennen vor Saisonende (Hockenheimring, 10./11. Oktober) liegt der 28-jährige Schwyzer mit Teamkollege Finn Zulauf auf Platz 2. Der Rückstand auf die Spitze beträgt fünf Punkte.
Ein sehr gutes Wochenende erwischte auch Formel-4-Fahrerin Chiara Bättig. Die gebürtige Zürcherin sicherte sich beim achten Lauf zur britischen Meisterschaft in Croft (GBR) nach Platz 2 im Quali die Plätze 4, 18 und 4. In der Gesamtwertung liegt die dreimalige Schweizer Kart-Meisterin neu auf Rang 12. Es führt weiterhin der Belgier Dries van Langendonck.
Auch Levi Arn vom Team Jenzer Motorsport hat sich beim fünften Lauf zur italienischen Formel-4-Meisterschaft wacker geschlagen und belegte im stark besetzten Feld Platz 13 im Finale. Dieses fand für einmal mit nur einem Schweizer Fahrer statt. Florentin Hattemer (Trident Racing) hatte sich nicht für den Endlauf qualifiziert.
Zum Kartsport: Beim vierten Lauf zur Champions of the Future Academy in Valencia (ESP) sicherte sich der Waadtländer Zoltan Coigny in der Kategorie OK-N Junior den dritten Platz im Finale. Direkt dahinter kam Jamie Ehrat als Vierter ins Ziel. Bei den Senioren war Elias Lehmann als Fünfter der beste Schweizer. Bei noch einem ausstehendem Rennen hat Coigny alle Chancen, Meister zu werden. Sein Rückstand auf den Führenden beträgt nur zwei Punkte. Das Finale der COTFA findet vom 13. bis 15. November in Franciacorta (ITA) statt.
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