Wohlen (SUI) 10.10.26

Latest News

26.08.2026 Vorschau Oberhallau: Matchball für Faustini
Faustini Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Hat Faustini am Sonntag allen Grund zum Lachen? Vermutlich ja! © Eichenberger

Am Wochenende findet in Oberhallau der vorletzte Lauf zur diesjährigen Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Wie im Vorjahr kann Robin Faustini vorzeitig den Sack zumachen.

Am Wochenende findet in Oberhallau (Kanton Schaffhausen) der sechste Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft statt. Weil das darauffolgende Rennen am Gurnigel wegen Trockenheit abgesagt wurde, ist das Rennen im Klettgau der vorletzte Lauf der diesjährigen Berg-Meisterschaft. Und weil Gesamtleader Robin Faustini (bis auf Les Rangiers) bisher jedes Rennen dominierte, wird deshalb am Wochenende mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits die Titelentscheidung fallen. 

Fünf Punkte braucht der 28-jährige Aargauer theoretisch noch bis Saisonende, um sich zum dritten Mal in Serie Schweizer Berg-Meister der Rennwagen nennen zu dürfen. Und auch diese fünf Punkte braucht er nur dann, wenn Michel Zemp die beiden letzten Rennen in Oberhallau und Les Paccots (20. September) in neuer Rekordzeit gewinnen würde. Zwei Siege allein reichen dem Luzerner auf seinem Norma-Helftec M20 FC nur dann, wenn Faustini mit seinem Nova-Emap zwei Mal leer ausgehen würde. Aber eigentlich sind alle Rechenspiele umsonst. Faustini wird in Oberhallau zur Kür antreten. Zemp fährt gegen Marcel Steiner im wieder auf Vordermann gebrachten Nova-Helftec um den zweiten Schlussrang.

«Die Probleme mit dem Leistungsverlust sollten aussortiert sein», sagt Faustini vor dem Rennen in Oberhallau, das er 2021 (ohne SM-Status), 2024 sowie 2025 schon drei Mal gewonnen hat. Ob es für Faustini am Sonntag auch zu einem neuen Streckenrekord reichen wird, ist eine andere Geschichte. Im Vorjahr verpasste er die Bestmarke von Eric Berguerand aus dem Jahr 2022 um knapp zwei Zehntelsekunden. Gut möglich, dass Faustini, der schon in La Roche und Reitnau eine neue Rekordzeit fuhr, auch in Oberhallau einen neuen Streckenrekord erzielt.

Zemp Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Michel Zemp liegt gegenwärtig auf dem zweiten Gesamtrang © Eichenberger

Bei den Tourenwagen wird es an der Tabellenspitze womöglich zu einem Positionswechsel kommen. Der noch führende Stephan Burri auf seinem VW Scirocco wird in Oberhallau womöglich von «Speedmaster» abgelöst. Der Teamchef von MB Motorsport nimmt diesmal mit einem Lancia Delta S4 in der Interswiss bis 3 Liter teil. Für «Speedmaster» ist dies schon der zweite Fahrzeugwechsel. Angefangen hat er die Saison mit dem von Romeo Nüssli erworbenen Ford Escort Cosworth. In Les Rangiers fuhr er zuletzt (ebenfalls in der Interswiss) einen Porsche 997 GT3 R. Falls «Speedmaster» in Oberhallau die IS gewinnt, kommt er auf 120 Punkte. Und das bereits mit einem Streichresultat (Anzère). Damit würde er als Leader zum letzten Lauf nach Les Paccots anreisen. Der Kampf um die Top 3 in der Tourenwagen-Wertung ist aber noch lange nicht gegessen. Neben «Speedmaster» und Burri sind auch Ludovic Monnier in seinem VW-Golf-Turbo und Sergio Kuhn in seinem TCR-Peugeot in einer starken Position. Letzterer kann in Oberhallau dank einem gut gefüllten TCR-Feld (neun Autos) voll punkten.

Wenn es um den Gesamtsieg bei den Tourenwagen geht, steht natürlich Roger Schnellmann in seinem Mitsubishi Evo VIII an ganz vorderster Stelle. Wenn das Auto hält, dürfte es für die Konkurrenz schwierig sein, ihn am Tourenwagen-Tagessieg zu hindern. Ob es für Schnellmann auch zu einem neuen TW-Rekord reichen kann? «Ich bin 2022 1:16,11 min gefahren. Bratschi wurde 2019 in 1:14,56 min gestoppt», sagt der Schwyzer. «Aber nach den Erfahrungen von dieser Saison werde ich in Oberhallau nicht auf Biegen und Brechen den Rekord anpeilen. Ausserdem ist Bratschis Zeit von damals schon eine Hausnummer. An die muss man zuerst herankommen.»

An weiteren schnellen Tourenwagen-Fahrern mangelt es in Oberhallau nicht. Mit Christoph Zwahlen, Hermann Bollhalder, Reto Steiner, Remo Fischer (der erstmals auf Vorjahreswerte zurückgreifen kann), Jean-Paul Chiquita oder Arnaud Donzé, um nur ein paar zu nennen, sind einige Fahrer am Start, die den hoffentlich zahlreich erscheinenden Fans Freude bereiten. Nicht am Start ist leider Danny Krieg mit seinem neuen Audi RS3 LMS. «Es ist zeitlich nicht aufgegangen», sagt der letztjährige Tourenwagen-Champion. «Aber 2027 bin ich dann definitiv dabei – und zwar schon zum Saisonauftakt bei einigen Slaloms.»

Entschieden wird in Oberhallau auch die Junioren-Meisterschaft 2026. Es führt Alessandro Grispino (Renault Clio) vor den beiden BMW-Kutschern Steven Chiquita und Hugo Mascaro. Auf Platz 4 liegt Ursanne Salomon. Er ist der einzige, der Grispino noch am Titel hindern könnte.

Speedmaster Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
«Speedmaster»: Bald schon der Führende bei den Tourenwagen? © Eichenberger

Zur Strecke: Exakt drei Kilometer lang ist die Strecke in Oberhallau. Der Höhenunterschied vom Start (Ausgangs Dorf Oberhallau) bis zum Ziel (Vordere Berghöfe) misst 157 Meter. Die durchschnittliche Steigung beträgt 5,2 Prozent. Am steilsten Ort geht es mit 6,5 Prozent den Berg hoch. Der absolute Streckenrekord hält immer noch Eric Berguerand in 1:07,56 min (= 159,86 km/h) aus dem Jahr 2022. Das Rennen in Oberhallau gehört zu den traditionsreichsten Bergrennen in der Schweiz. Die erste Ausgabe fand 1923 statt. Seit der Neuauflage 1966 ist Oberhallau Bestandteil des Schweizer Bergmeisterschafts-Kalenders. Auch der KW Berg-Cup ist dieses Jahr wieder dabei.

Die Trainingsläufe in Oberhallau starten am Samstag, 29. August, ab 7.30 Uhr. Zwischen 12.00 und 12.30 Uhr ist Mittagspause. Weiter geht es dann ab 12.30 bis 17.30 Uhr.  Insgesamt sind drei Trainingsläufe geplant. Der Rennbetrieb geht am Sonntag mit drei Läufe ebenfalls ab 7.30 Uhr los (bis ca. 18.00 Uhr). Die beiden besten Laufzeiten werden am Ende addiert. Mittagspause ist zwischen 12.10 und 12.50 Uhr. Das Ticket kostet am Samstag 20.- Franken (im Vorverkauf 15.-), am Sonntag 30.- Franken (Vorverkauf 25.-). Eine Weekend-Eintrittskarte gibt es für 40.- Franken (Vorverkauf 35.-). Kinder bis 15 Jahre haben freien Eintritt. Auch der Parkplatz ist gratis.

Mehr über das Bergrennen Oberhallau erfahren Sie unter https://bergrennen-oberhallau.ch/

Termine Schweizer Berg-Meisterschaft 2026
6./7. Juni, Hemberg*
13./14. Juni, La Roche – La Berra*
28. Juni, Reitnau
25./26. Juli, Ayent – Anzère*
14.-16. August, Saint-Ursanne – Les Rangiers
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

Anm.: Die mit Sternen versehenen Rennen zählen zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Oberhallau Ambiance Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Jetzt, wo der Gurnigel nicht stattfindet, sollten die Fans eigentlich in Scharen zum Bergrennen nach Oberhallau kommen © Eichenberger

Permalink

26.08.2026 autobau SKM: Video aus Cremona ist online!

Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft hat am Wochenende auf dem Kartodromo in Cremona ihren fünften Lauf der Saison 2026 ausgetragen. Die Zusammenfassung ist ab sofort online! Klicken Sie aufs Bild – und los geht's!

Permalink

24.08.2026 autobau SKM Cremona: Dan Allemann nach «Grand Slam» schon durch
X30 Start Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Start zum X30-Finale: Allemann fährt vorne weg © Eichenberger

In einer von vier Kategorien ist beim fünften Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im italienischen Cremona eine Entscheidung gefallen. Dank eines «Grand Slams» steht Dan Allemann in der X30 Challenge Switzerland bereits als Meister fest.

43 Punkte Vorsprung hatte Dan Allemann vor dem gestrigen fünften Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Cremona (ITA) in der Kategorie X30 Challenge Switzerland. Dank eines «Grand Slams» (Pole-Position, drei Laufsiege und schnellste Rennrunde im Finale) hat er sein Polster auf 82 Zähler ausbauen können. Damit steht der 14-jährige Spirit-Fahrer – unter Vorbehalt der Anerkennung der Resultate durch die NSK – bereits vor dem SKM-Finale in Wohlen am 10. Oktober als erster Schweizer Meister 2026 fest. Der Sohn von Spirit-Teamchef Ken Allemann hat in keinem der drei Rennen auch nur irgendetwas anbrennen lassen. Im ersten Vorlauf siegte er mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Teamkollege Eric Fross, im zweiten Durchgang liess er Tyron Jaquet (ebenfalls Spirit) mit 0,7 Sekunden hinter sich und im Finale verwiess er MH-Racing-Pilot Nicola Mateo Frigg mit 1,7 Sekunden Rückstand auf Rang 2 und Teamkollege Gauthier Sanjuan mit 7,3 Sekunden auf Rang 3. «Ich habe gehofft, dass ich den Titel schon hier gewinnen kann», sagte Allemann, der 2022 schon bei den Super Minis Schweizer Meister war. «Mir war aber klar, dass ich mir hierfür keinen Fehler leisten darf.» Der auf Rang 2 liegende Michael Müller (Virtus Motorsport) hatte kein Rezept gegen Allemann gefunden. Die Enttäuschung darüber, dass er es am fünften Rennwochenende zum ersten Mal in dieser Saison in keinem Rennen auf dem Podest landete, stand dem Routinier ins Gesicht geschrieben. Der 26-jährige Müller sagte aber auch: «Ich habe vor der Saison nicht damit gerechnet, dass ich so gut und so lange mit Allemann mithalten kann. Deshalb darf ich ruhig auch ein wenig stolz auf meine Leistung sein.» Jetzt geht es darum, den Vorsprung auf den Drittplatzierten Alexis Genolet über die Runden zu kriegen. Dieser betrug vor Cremona 43, nun 41 Punkte. «Was mich an diesem Wochenende am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass ich nicht weiss, warum ich nicht schnell genug war», meinte Müller. 

Super Mini Iten Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ben Iten hat nun 43 Punkte Vorsprung bei den Super Minis © Eichenberger

Noch nicht am Ziel ist Allemanns Teamkollege Ben Iten. Der Führende bei den Super Minis hat seinen Vorsprung in Cremona von 27 auf 43 Punkte ausbauen können. Auch dem elfjährigen Zuger gelang beim fünften Lauf ein «Grand Slam». Die Freude darüber war dementsprechend gross: «Ich war schon ein paar Mal nahe dran, aber meistens hat mir die schnellste Rennrunde gefehlt», meinte Iten, der vor Wochenfrist übrigens bei der IAME Benelux eine sensationelle Aufholjagd zeigte und dort Zweiter wurde! Bei noch 75 Punkten, die es beim Finale in Wohlen maximal zu gewinnen gibt, hat Iten eine komfortable Ausgangslage. Streitig machen kann ihm der Titel nur noch seine Teamkollegin Joy Allemann. Sie hat mit drei zweiten Plätzen einmal mehr ihr Potenzial gezeigt. Dritter wurde im Finale Lewis David. Für den Fahrer aus dem Team Swiss Hutless war dieser dritte Platz eine besondere Genugtuung. Vor einem Jahr hatte er sich in Cremona bei einem Unfall unglücklich überschlagen. Diesmal durfte er strahlend den drittgrössten Pokal mit nach Hause nehmen. Anders die Gemütslage bei Kimi Prost. Der Enkel des viermaligen F1-Weltmeisters Alain Prost wurde nach dem Finale von allen drei Rennen disqualifiziert. Prost jr. hatte sich in der letzten Runde des Finals gedreht, ist danach quer über die Strecke gefahren und hat das obligatorische Wägen im Parc fermé ausgelassen.

OK Junior Buhofer Fricker Sarkar Citino Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das OK-Junior-Podium mit Buhofer, Fricker und Sarkar © Citino

Apropos Strahlen: Auch Davids Teamkollege bei Swiss Hutless, Dilan Roman Fricker, hatte bei der Siegerehrung der OK Junioren ein breites Grinsen aufgesetzt – zurecht! Der Elfjährige hat zurzeit einen unglaublichen Lauf. Einen neuerlichen «Grand Slam» verpasste er zwar, weil Zoltan Coigny (Spirit) ihm die Pole-Position stibitzte und ihn auch im ersten Lauf zu bezwingen vermochte. Danach war es aber Fricker, der den Ton angab – und das wie schon zuletzt in 7 Laghi mit einer nahezu fehlerlosen Leistung. «Ich habe mich aus allem herausgehalten und bin einfach so schnell wie möglich gefahren», meinte der junge Berner, der trotz einer Fünf-Sekunden-Strafe (Fehler bei der Startprozedur) souverän gewann. Ein besonderes Geheimnis habe er nicht, meinte Fricker. «Ich fahre einfach und denke gar nicht viel nach.» Platz 2 im Finale belegte Aaron Buhofer (Spirt), der nach einer Unsportlichkeit im ersten Lauf mit einer Verwarnung davonkam. Dritter wurde nach einer erneut sehr soliden Leistung Cyrill Sarkar (MH Racing). Der in der Meisterschaft bis dato Führende Alejandro Campos (Spirit) musste sich mit den Plätzen 5, 4 und 4 begnügen. «Mein Motor war heute nicht gut genug», meinte der 14-Jährige aus Vuiteboeuf. In der Meisterschaft führt nun Fricker 26 Punkte vor Campos. In Wohlen ist noch alles möglich. Bei der gegenwärtigen Form von Fricker wird es für Campos aber eine Herkulesaufgabe werden, wenn er den Fahrer aus dem Team Swiss Hutless noch am Titelgewinn hindern möchte.

KZ2 Lienard Boss Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
KZ2-Sieger vor KZ2-Leader: Bastien Liénard vor Kilian Boss © Eichenberger

Auch in der Kategorie KZ2 (bei den Schaltkarts) ist eine Vorentscheidung gefallen. Allerdings nicht so, wie es sich das der Führende Kilian Boss (Team Swizz Evenzz) vorgestellt hat. Der ehemalige Gewinner des Young Driver Projekts kollidierte in der letzten Runde des Finals heftig mit seinem Verfolger Paolo Castagnetti  vom Team Gerber Corse. Beide Fahrer blieben unverletzt. Die Rennleitung hakte den Unfall als «race incident» ab. «Ich muss 75 Prozent des Unfalls auf meine Kappe nehmen», meinte Castagnetti, der im zweiten Lauf bereits einen Motorschaden zu beklagen hatte. «Und ich entschuldige mich an dieser Stelle auch bei Kilian. Er war in der letzten Runde sehr viel langsamer. Ich kam mit deutlich mehr Tempo in diese schnelle Links-Rechts-Kombination.» Für Boss hielt sich der Schaden – zumindest mit Blick auf die Meisterschaft – in Grenzen. Vor Wohlen führt er mit 47 Punkten. Allerdings nicht mehr vor Castagnetti, sondern vor Bastien Liénard. Der Fribourger hatte nach dem Triumph von Boss im ersten Vorlauf bereits Durchgang 2 gewonnen. Im dritten Lauf übernahm er vom Start weg das Kommando und sicherte sich seinen ersten Finalsieg im Rahmen der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. «Ein schöner Sieg», freute sich Liénard. «Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich beim letzten Rennen in 7 Laghi noch in der ersten Kurve abgeschossen wurde.» Durch den Ausfall von Boss und Castagnetti erbten Florian Esteve (DEL motorsport) und Privatbewerber Kai Perner die Plätze 2 und 3. 

Und so geht es weiter:
10. Oktober, Wohlen

X30 Frigg Allemann Sanjuan Citino Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
X30-Meister Allemann (Mitte) mit Frigg (l.) und Sanjuan (r.) © Eichenberger

Permalink

21.08.2026 Entscheid der Ärztlichen Kommission: Sicherheit im Motorsport hat oberste Priorität

Die Ärztliche Kommission von Auto Sport Schweiz hat im Rahmen einer medizinischen Neubeurteilung entschieden, einem aktiven Piloten aus dem Kanton Jura die bestehende REGionale Lizenz mit sofortiger Wirkung abzuerkennen. Gleichzeitig wurde ein Antrag des betroffenen Fahrers auf den Umstieg auf eine NATionale Lizenz abgewiesen.

Dieser einschneidende Entscheid basiert auf den strengen medizinischen Richtlinien von Auto Sport Schweiz und den internationalen Vorgaben der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile). Bei der Überprüfung der Fahrtauglichkeit wurde eine neurologische Indikation (Epilepsie) festgestellt, welche den Erhalt oder die Neuausstellung einer Lizenz zwingend ausschliesst.

Wir sind uns bewusst, dass ein solcher Entzug für den betroffenen Piloten einen schweren sportlichen Rückschlag bedeutet. Im Motorsport steht die Sicherheit jedoch an allererster Stelle. Die Richtlinien dienen dem Schutz des Fahrers selbst sowie der Sicherheit aller anderen Lizenznehmer, Streckenposten und Zuschauer an den Rennstrecken.

Der Pilot kann mittels zusätzlichen neurologischen Gutachten eine Neubeurteilung der Situation durch die Ärztliche Kommission von Auto Sport Schweiz beantragen.

Auto Sport Schweiz bittet, die Privatsphäre des betroffenen Piloten zu respektieren. Aus Gründen des Datenschutzes und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werden im vorliegenden Fall keine weiteren Details zu den medizinischen Hintergründen oder zur Identität des Fahrers öffentlich bekannt gegeben.

Wir danken für das Verständnis.

Nationale Sportkommission (NSK) / 

Ärztliche Kommission

Auto Sport Schweiz

Permalink

20.08.2026 Ruedi Fuhrer: Mit 70 bei den absolut Schnellsten
Ruedi Fuhrer 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Fuhrer zählt mit seinen 70 Jahren immer noch zu den Schnellsten © Eichenberger

Wer kennt ihn nicht? Der gelb-schwarze Honda CRX ist in der Schweizer Berg-Meisterschaft ein absoluter Hingucker. Und der Mann hinterm Lenkrad ist richtig schnell. In Les Rangiers war Ruedi Fuhrer (70) zuletzt vielleicht einen Tick zu schnell… 

«Chapeau», wer mit 70 noch so ein Tempo drauf hat. Ruedi Fuhrer zählt in der E1 bis 2 Liter mit seinem gelb-schwarzen Honda CRX regelmässig zu den schnellsten Fahrern. Zwei Mal fuhr er in seiner Klasse in diesem Jahr schon aufs Podest: In Hemberg war er Dritter hinter Ludovic Monnier und Kurt Tschirky, in La Roche Zweiter hinter Monnier. In Les Rangiers peilte der Brienzer einen weiteren Podestplatz an. Nach dem ersten Lauf war er in 2:10,6 min Zweitschnellster. Nur Monnier mit seiner Turbo-Power war klar schneller. Auf Fabien Houlmann hatte Fuhrer 1,2 sec Vorsprung. Und wir alle wissen: Houlmann fährt nicht nur eine extrem saubere Linie, Houlmann zählt schlichtweg zu den schnellsten Bergrennfahrern der Schweiz.

Im zweiten Durchgang war für Fuhrer nach der Tankstelle, also beim Dorfausgang, leider Schluss. In der Kompression «versetzte» der über 300 PS starke Honda, traf rechts die Leitschienen und kreiselte dann an dieser weiter. «Der Unfall war eigenartig», sagt Fuhrer. «Die Hinterachse ist in der Kompression in die Luft gesprungen.» Die Schadensbilanz hält sich einigermassen in Grenzen: «Das Chassis ist ganz geblieben, der Radschenkel vorne ist kaputt und Unterboden und Radläufe müssen natürlich auch ersetzt werden.» Für Oberhallau muss Fuhrer leider «Forfait» geben. «Dafür reicht die Zeit nicht. Gurnigel hätte gepasst – aber dieses Rennen findet ja nicht statt. Vielleicht komme ich noch nach Les Paccots. Obwohl dieses Rennen genau in meinen Ferien liegt…»

Ruedi Fuhrer Hemberg 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ruedi Fuhrer in Hemberg: Platz 3 zum Auftakt © Eichenberger

Fuhrer selbst hat nach einer kurzen medizinischen Abklärung vor Ort sofort wieder grünes Licht bekommen, auch wenn er sagt: «Die Rippen spüre ich schon ein wenig…» Der verpasste Rennlauf schmerzte den unverwüstlichen Berner aber vielmehr. «Die Zeit wäre richtig gut geworden», meint er. «Der erste Lauf war schon super, aber nicht ganz sauber.» Nur zu gerne hätte Fuhrer die Schallmauer von 2:10 min geknackt. «Weiter nach vorne muss ich nicht schauen. Monnier fährt in einer eigenen Klasse. Ihn habe ich mit seinen Zeiten schon gar nicht mehr auf dem Radar…»

Fuhrer ist schon früher Rennen gefahren. Als er sich selbstständig machte, rückte der Rennsport aus Zeitgründen in den Hintergrund. 2006 kehrte er bei REGionalen Rennen zurück und baute danach über Jahre hinweg seinen Honda CRX auf. 2014 verunfallte er in Oberhallau vor der Tarzankurve. «Das Auto war ein Totalschaden», erinnert sich Fuhrer. Aber er kam zurück. Seit 2016 gibt Fuhrer wieder regelmässig Gas. Und als gelernter Automechaniker mit einer eigenen Garage in Brienz hat er den «kleinen Japaner» seither immer weiter verbessert. Lachend meint Fuhrer: «Jetzt, wo das Auto top ist, ist der Fahrer in die Jahre gekommen…»

Ans Aufhören denkt der «Automechaniker im Ruhestand», so seine offizielle Bezeichnung auf der Homepage, aber noch nicht. Wenn es nach Ehefrau Vreni gegangen wäre, hätte er schon vor zwei Jahren aufhören sollen. «Aber solange ich Spass habe und noch immer aufs Podest fahren kann, mache ich weiter.»

Ruedi Fuhrer Anzere 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Fuhrer: «Solange ich aufs Podest fahren kann, mache ich weiter!» © Eichenberger

Permalink

19.08.2026 Teilaufhebung der Lizenzsuspendierungen gegen Karel Staut

Die Lizenzen für die Bereiche Karting und E-Sport des Piloten Karel Staut wurden mit sofortiger Wirkung wieder freigegeben. Die weltweite Suspendierung der Automobilsport-Lizenz bleibt hingegen unverändert bis zum 31. Dezember 2026 bestehen.

Im Nachgang zu den Verhandlungen der Disziplinarkommission (DK) von Auto Sport Schweiz vom 8. Oktober 2025 sowie des Nationalen Berufungsgerichts (NBG) vom 19. November 2025 wurden seinerzeit verschiedene Sanktionen gegen den Piloten Karel Staut verhängt. Der damals 14-jährige Fahrer hatte ohne die erforderliche, gültige Lizenz an Rundstreckenrennen im Automobilsport teilgenommen.

Die Disziplinarkommission sprach daraufhin eine Sperre für die Automobilsport-Lizenz bis zum 31. Dezember 2026 aus. Aufgrund von damals noch ausstehenden Bussen und Verfahrensgebühren im Gesamtkontext von CHF 12'121.50 suspendierte die Nationale Sportkommission (NSK) in der Folge auch seine Lizenzen für die Bereiche Karting und E-Sport.

Nachdem die offenen Forderungen per 5. August 2026 vollständig beglichen wurden, hebt Auto Sport Schweiz die verhängten Sperren im Bereich Karting und E-Sport per sofort auf.

Die weltweite Suspendierung der Automobilsport-Lizenz ist von dieser Teilaufhebung nicht betroffen und bleibt bis zum reglementarischen Ablauf am 31. Dezember 2026 vollumfänglich in Kraft.

Permalink

19.08.2026 Vorschau autobau SKM Cremona: Vier Kategorien, vier Duelle
Cremona Kartodorm Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
In Cremona findet der fünfte Lauf zur autobau SKM statt © Eichenberger

Mit Spannung wird am kommenden Sonntag, 23. August, der fünfte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Cremona (ITA) erwartet. Entscheidungen werden wahrscheinlich noch keine fallen, es sei denn… 

Zum zweiten Mal nach 2025 gastiert die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft auf dem Kartodromo von Cremona in Italien. Der fünfte Lauf der diesjährigen Saison verspricht besonders viel Spannung. Denn in keiner der vier Kategorien hat sich bisher ein Fahrer so richtig absetzen können.

Den grössten Vorsprung hat Dan Allemann in der Kategorie X30 Challenge Switzerland. Der Sohn von Spirit-Teambesitzer Ken Allemann liegt vor dem Rennen in Cremona 43 Punkte vor Michael Müller vom Team Virtus Motorsport. Kann er diesen Vorsprung am Wochenende auf 75 Punkte ausbauen, wäre ihm der Titel schon vor dem Finale in Wohlen am 10. Oktober sicher. Dass Allemann jr. in der Lage ist, den Sack zuzumachen, ist unbestritten. Der 14-Jährige aus Birrhard (AG) verfügt über sehr viel Erfahrung. Und sein Speed ist unbestritten. Allerdings hat sich Verfolger Müller in dieser Saison als harter Brocken erwiesen. Der Routinier aus dem Glarnerland ist in bisher allen zwölf Rennläufen aufs Podium gefahren. Mehr als 24 Punkte hat er an einem Wochenende noch nie auf Allemann eingebüsst. Gut möglich also, dass der 26-Jährige die Meisterschaftsentscheidung vertagen kann. Vielleicht auch mit Hilfe von Alexis Genolet. Der Fahrer aus dem Team LKM liegt in der Meisterschaft auf Rang 3 (43 Punkte hinter Müller) und könnte in Cremona dem führenden Allemann durchaus noch Punkte wegnehmen. Und dann ist da auch noch der Viertplatzierte Nicola Mateo Frigg aus dem Team MH Racing. Im Vorjahr fuhr er bei den Junioren in Cremona einen «Grand Slam» heraus. 

X30 Mueller Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Michael Müller war bisher bei allen X30-Läufen unter den Top 3 © Eichenberger

Den zweitgrössten Vorsprung hat Spirit-Pilot Ben Iten bei den Super Minis. Der Zuger liegt 37 Punkte vor seiner Teamkollegin Joy Allemann. Die hat zuletzt in 7 Laghi mit drei Rennsiegen Boden gut gemacht und könnte mit einer ähnlichen Leistung in Cremona das Rennen um den Titel nochmals frisch lancieren. Fest steht jetzt schon, dass der Titel (unter normalen Umständen) an Spirit Racing geht. Denn auch der Drittplatzierte Kimi Prost fährt für das Team aus Bremgarten (AG), liegt aber bereits 66 Punkte hinter Iten. Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der Teilnehmenden bei den Super Minis sich gegenüber dem letzten Rennen wieder verdoppelt hat. So ist beispielsweise auch Liam Allemann wieder am Start. Der Sohn der ehemaligen Kart-Europameisterin Cyndie Allemann fuhr im dritten Rennen in Levier (FRA) auf Anhieb aufs Podest.

Nur 25 Punkte trennen die beiden schnellsten Piloten der KZ2. Wobei Kilian Boss aus dem Team Swizz Evenzz gegenüber Paolo Castagnetti (Gerber Team Corse) das Momentum in den beiden letzten Rennen auf seiner Seite hatte. Auch in Sachen Siegen hat Boss die Nase mit 5:4 vorne. Ein Leichtes wird es für den ehemaligen Gewinner des Young Drivers Projekts aber nicht werden. Castagnetti wird in Cremona alles daran setzen, den Rückstand zu verringern. Die beiden werden den Titel aber bestimmt nicht in Ruhe unter sich ausmachen können. Mit Florian Esteve (3., DEL motorsports) und den beiden Privatbewerbern Bastien Liénard (4.) und Kai Perner (5.) mischen noch weitere schnelle Schaltkart-Piloten mit. Und auch Emilien Koestner (ebenfalls DEL motorsports) und Remo Largo (Swiss Hutless) haben zuletzt einen Aufwärtstrend gezeigt. 

KZ2 Boss Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
So stellt sich Kilian Boss den Zieleinlauf in Cremona vor © Eichenberger

Völlig offen ist der Kampf um den Titel bei den OK Junioren. Dort konnte Dilan Roman Fricker (Swiss Hutless) mit einem perfekten Wochenende in 7 Laghi zum Führenden Alejandro Campos (Spirit Racing) aufschliessen. Die beiden sind zwei Rennen vor Schluss nur gerade durch einen Punkt voneinander getrennt. Viel Druck von hinten werden die beiden in Cremona beim vorletzten Rennen nicht spüren. Zumindest, was die Meisterschaft betrifft. Der gegenwärtig Drittplatzierte Aurelio Longhitano verzichtet auf das Rennen in Italien. Und der Viertplatzierte Cyrill Sarkar (MH Racing) liegt doch schon 79 Punkte hinter der Spitze zurück. Zu weit weg, um Einfluss auf die Meisterschaft zu nehmen, ist auch Zoltan Coigny (Spirit Racing). Der junge Waadtländer hat aufgrund seiner internationalen Einsätze bisher die Hälfte der Saison der Schweizer Meisterschaft verpasst, ist zurzeit aber in bestechender Form und könnte in Cremona durchaus die Meisterschaftsentscheidung indirekt beeinflussen. 

Zur Strecke: Das topmoderne Kartodromo von Cremona liegt auf halbem Weg zwischen Mailand und Bologna und ist in diesem Jahr zum zweiten Mal Schauplatz für einen Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Die 1224 Meter lange Piste mit ihren 16 Kurven zählt zu den Topstrecken Italiens und ist Austragungsort vieler internationaler Rennen. So wurde 2025 beispielsweise die Kart-Weltmeisterschaft in der Kategorie OK-N in Cremona ausgetragen oder das IAME World Final (ebenfalls in der OK-N). Die Strecke besteht aus einem kurvigen Infield und einer langen, leicht gekrümmten Start- und Zielgeraden. Eine der besten Überholmöglichkeiten bietet sich am Ende der Gegengerade. 

OK Junior Campos Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Alejandro Campos liegt bei den Junioren nur einen Punkt vorne © Eichenberger

Weitere Informationen zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft finden Sie auf https://motorsport.ch/de/kartsport. Um Zeitnahme und Livetiming kümmert sich in Cremona www.savoiechrono.com

Zeitplan
Samstag, 22. August
09.00-17.30 Uhr, Freies Training gemäss Zeitplan Streckenbetreiber

Sonntag, 23. August
09.00-09.52 Uhr, Offizielles Training (10 min pro Kategorie)
10.00-10.36 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.45-12.05 Uhr, Rennen 1
12.05-13.15 Uhr, Mittagspause
13.25-14.45 Uhr, Rennen 2
14.45-16.25 Uhr, Finalläufe
ca. 17.00 Uhr, Siegerehrung (alle Kategorien)

Termine autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2026
29. März, Franciacorta (ITA)
19. April, 7 Laghi (ITA)
31. Mai, Levier (FRA)
12. Juli, 7 Laghi 2 (ITA)
23. August, Cremona (ITA)
10. Oktober, Wohlen

Super Mini Iten Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Der Leader bei den Super Minis: Ben Iten © Eichenberger

Permalink

18.08.2026 Weekend-Report 24/2026
Sebastien Buemi Adiue Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Sébastien Buemi hat sich aus der Formel E verabschiedet © Formula E

Ein Schweizer Sieg bei der DTM am Nürburgring und ein Abschied in der Formel E. Das vergangene Wochenende war aus Schweizer Sicht wieder sehr emotional.

Am vergangenen Wochenende ging in London die Formel-E-Saison 2025/2026 mit einem Doubleheader zu Ende. Aus Schweizer Sicht hatte vor dem Finale nur noch Edoardo Mortara Chancen auf den Titel. Die waren aber im Falle des Genfers von theoretischer Natur und lösten sich nach Platz 7 im ersten Lauf auch in Luft auf. Besser lief es Mortara im zweiten Durchgang. Dort diktierte der Mahindra-Pilot nicht nur lange das Tempo, er sorgte mit Platz 3, dem ersten Podestplatz seit Februar, auch für einen versöhnlichen Saisonabschluss. Punktgleich mit dem Briten Oliver Rowland beendete Mortara sein drittes Jahr mit dem Team aus Indien auf Platz 5. Auch die beiden anderen Schweizer schlossen die Saison 25/26 in den Top 10 ab. Nico Müller holte in London mit den Rängen 11 und 12 zwar keine Punkte, war seinem Teamkollegen Pascal Wehrlein auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung aber eine grosse Hilfe und beendete die Saison als Gesamtneunter. Sébastien Buemi stellte bei seinen beiden letzten Rennen nochmals seine ganze Klasse unter Beweis und sicherte sich dank den Rängen 4 und 5 den zehnten Schlussrang. Buemi hatte vor dem Rennen in London seinen Rücktritt als Fahrer aus der Formel E bekanntgegeben. Der Waadtländer wird seinem Team Envision Racing als Berater erhalten bleiben. Die Siege in London gingen an Ex-Sauber-Pilot Pascal Wehrlein und den Briten Taylor Barnard, der sich als 22-Jähriger zum jüngsten Sieger eines Formel-E-Rennens machte.

Cairoli Emil Frey Racing Nring 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Matteo Cairoli feierte mit EFR seinen dritten Saisonsieg © DTM

Für einen Schweizer Sieg sorgte am Wochenende das Team Emil Frey Racing in der DTM dank Matteo Cairoli. Dieser setzte sich im ersten Durchgang von der Pole-Position gestartet ab und sicherte sich mit knapp zehn Sekunden Vorsprung souverän seinen dritten Saisonsieg. Im zweiten Rennen am Sonntag musste sich der schnelle Italiener mit Platz 13 – direkt hinter Teamkollege Thierry Vermeulen, der im ersten Lauf in der letzten Runde «abgeschossen» wurde, zufrieden geben. Für Manthey-Porsche-Pilot Ricardo Feller endete das Wochenende am Nürburgring mit den Plätzen 9 und 11. In der Meisterschaft liegt Feller auf Rang 12. Emil Frey Racing ist in der Teamwertung Vierter. Den Sieg im zweiten Rennen sicherte sich der Deutsche Marco Wittmann. In Führung liegt Landsmann Maro Engel.

Noch ein Nachtrag aus der Ferienzeit: Bei den Rennen in Most (CZE) Anfang dieses Monats sicherte sich Thomas Schmid seine ersten beiden Siege im Renault Twingo Cup. Dank diesen Erfolgen liegt der Allrounder aus der Ostschweiz vor dem Finale auf dem Slovakia Ring am kommenden Wochenende mit neun Punkten Vorsprung in Führung. «Ich werde alles daran setzen, den Titel in die Schweiz zu holen», meint Schmid. Kart-Umsteiger Dylan Stebler belegte die Plätze 8 und 14.

Thomas Schmid Most 2026 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Thomas Schmid (Mitte) gewann beide Rennen in Most © Archiv Schmid

Permalink

17.08.2026 Bergrennen Les Rangiers: Erster Tagessieg für Victor Darbellay!
Volluz Darbellay Zemp Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Mal ein anderes Podium: Volluz, Darbellay und Zemp © zVg

Beim Bergrennen in Les Rangiers gab es eine Premiere. Victor Darbellay sicherte sich in seinem zehnten Rennen zur Schweizer Berg-Meisterschaft als Prototypen-Pilot seinen ersten Tagessieg. Der Triumph in der parallel ausgetragenen Europa-Meisterschaft ging an den Franzosen Kevin Petit.   

Irgendwie hat es sich angekündigt. Dass es ausgerechnet beim Bergrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers passieren könnte, das war dann doch eine Überraschung. Der erste Tagessieg von Victor Darbellay im Rahmen der Schweizer Berg-Meisterschaft ist Tatsache. Der 31-jährige Walliser wurde bei der 81. Ausgabe des Klassikers im Jura nur von einem Fahrer geschlagen: Kevin Petit. Dieser fuhr aber um EM- und nicht um SM-Punkte. Und dieser war gegenüber Darbellay gar nicht einmal so viel schneller. In der Addition der beiden Rennläufe hatte der Franzose mit seinem 3-Liter Nova NP01 1,166 Sekunden Vorsprung auf Darbellay, der nach La Roche und Anzère nun auch im Jura einen neuen 2-Liter-Rekord aufstellte.

Darbellay liess es im Jura richtig fliegen – und freute sich im Ziel zusammen mit seinem Team natürlich über seinen ersten Sieg im SCRATCH: «Ich bin sehr zufrieden», meinte der Garagist aus Martigny. «Das schönste Rennen von Europa im Rahmen der Schweizer Meisterschaft zu gewinnen, ist einfach fantastisch. Noch dazu in einem 2-Liter-Prototypen. Ich habe in 1:42,820 min die siebtschnellste Zeit, die je gefahren wurde, realisiert. Das ist einfach nur herausragend. Ein grosses Dankeschön an mein Team und alle, die dabei mitgeholfen haben.»

Anders die Gemütslage bei Robin Faustini. Der Aargauer kam durch die Absage des Bergrennens am Gurnigel beim Rennen in Les Rangiers ohne damit gerechnet zu haben zu seinem ersten Matchball. Doch nach 19 Tagessiegen hintereinander (eine unglaubliche Serie!) wollte es ausgerechnet dort, wo Faustini so gerne einen neuen Streckenrekord aufgestellt hätte, mit Sieg Nr. 20 nicht klappen. Im ersten Lauf unterbrach der Emap-Turbomotor im Heck von Faustinis Nova NP01 auf halber Strecke plötzlich seinen Dienst. Was auf den ersten Blick wie ein Motorschaden aussah, entpuppte sich als ein Defekt am Kühler. «Deshalb ist auch überall Wasser herausgespritzt», sagt Faustini. «Und deshalb wurde auch die Elektronik in Mitleidenschaft gezogen.» Zwar konnte das Team den Wagen nochmals parat machen und Faustini konnte im zweiten Lauf eine 1:45,0 min fahren, was noch zu Gesamtplatz 10 und Rang 4 in der SM-Wertung reichte. Die Meisterparty musste aber auf das nächste Rennen in Oberhallau am 30. August verschoben werden.

Darbellay Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Victor Darbellay auf dem Weg zu seinem ersten Tagessieg © Cornevaux

Platz 2 im SCRATCH ging an Joël Volluz auf seinem Norma-Judd M20 FC. Der Routinier sorgte damit für einen Walliser Doppelsieg und entschädigte sich in Les Rangiers für viel Ärger im Vorjahr. Damals beendete nämlich ein Motorschaden seine Saison vorzeitig. «Ja, ich bin wirklich zufrieden mit meinem zweiten Platz und vor allem mit der erzielten Zeit. Les Rangiers ist nie einfach, und ich weiss genau, wo meine Schwächen bei diesem Rennen liegen, und jedes Jahr verbessere ich mich mehr und mehr. Ich freue mich riesig, dass Victor dieses Rennen gewonnen hat – er hat es verdient, er ist eine unglaubliche Zeit gefahren.»

Zwei Sekunden hinter Darbellay und knapp eine Sekunde hinter Volluz belegte mit Michel Zemp ein weiterer Fahrer mit einem kleinen 1170er-Turbosportwagen den dritten Rang in der SM-Wertung. Zemp war mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden, wenngleich er natürlich versuchte herauszufinden, wo er gegenüber Darbellay Zeit liegen gelassen hatte. «Bis zu ‹Les Grippons› waren wir auf Augenhöhe», meinte Zemp. «Danach war er etwas schneller. Aber auf einer Strecke von mehr als fünf Kilometern reden wir da von zwei Zehntelsekunden pro Kilometer.» Zemp hat mit seinem dritten Podestplatz im fünften Rennen den zweiten Rang in der Gesamtwertung übernommen. Nur er könnte Faustini (theoretisch) noch am dritten Titel in Serie hindern. Die Rückstande von Darbellay und dem in Les Rangiers nicht am Start gestandenen Marcel Steiner sind zu gross. Ausserdem wird Darbellay bei den beiden verbleidenden Rennen nicht am Start stehen. 

Schnellster Formel-Pilot war im Jura Routinier Roland Bossy auf seinem Tatuus Formel 3. Der Lokalmatador hielt die beiden Franzosen Nicolas Dumond und Ludovic Cholley in baugleichen Tatuus T-318 erfolgreich in Schach. Sein «Schützling» Ursanne Salomon verpasste die Gelegenheit, Bossy zu bezwingen. Dem Jurassier unterlief im ersten Rennlauf bei der Anfahrt zum «Petit Susten» ein Fahrfehler, der ihn reichlich Zeit gekostet hatte. Im zweiten Lauf war er fast gleich schnell wie Bossy. 

Meisel Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Reto Meisel gewann die Tourenwagen-EM-Wertung © Eichenberger

Bei den Tourenwagen ging der Gesamtsieg erwartungsgemäss an den in der Europa-Meisterschaft führenden Reto Meisel in seinem Mercedes SLK340. Nachdem er im Training noch technische Probleme hatte, fuhr der Aargauer zuerst eine 1:56,5, danach eine 1:54,7 min. Die 25 EM-Punkte holte er sich also verdient ab, wenngleich sie nur unter Mithilfe vom ungeteilten Nicolas Werver im Porsche GT3 R zustande kamen. Für Landsmann Roger Schnellmann, der sich in Les Rangiers nur für die EM eingeschrieben hatte, endete das Rennen auf dem zehnten Schlussrang. Für den Schwyzer war es nach drei Pannen-Rennen hintereinander eine Genugtuung, endlich wieder einmal gewertet zu werden.

25 Punkte gab es auch für Ludovic Monnier. Der 34-Jährige aus Monthey war hinter dem Franzosen Werver, der keine SM-Punkte bekommt, bestplatzierter Tourenwagenfahrer in der Schweizer Wertung. Mit seinem VW Golf Turbo fuhr Monnier zwei Mal 2:05er-Zeiten. Damit war er in der Addition der beiden Rennläufe 2,6 sec schneller als Christoph Zwahlen im Porsche 911, der ebenfalls sensationell eine 2:05er-Zeit erzielte, und 5,8 sec schneller als «Speedmaster», der auf dem spektakulären Porsche 997 GT3 R des 2023 verstorbenen Tourenwagenchampions Andy Feigenwinter schnellster Interswiss-Pilot war. Apropos Interswiss: Besonders spannend war der Ausgang in der Klasse bis 2 Liter. Dort lag (Noch)-Tourenwagen-Gesamtleader Stephan Burri (VW Scirocco) nach dem ersten Lauf nur fünf Hundertstelsekunden vor Manuel Santonastaso (BMW 320). Im zweiten Lauf entschied Burri das Duell für sich, «Santi» belegte Platz 2. Keine Punkte gab es für Arnaud Donzé. Der IS-Trophy-Sieger von 2025 hatte nur einen gezeiteten Lauf. Im ersten Durchgang musste er ohne Bremse am Start Forfait geben. Zu den Tourenwagenfahrern, die in Les Rangiers die 2:10er-Schallmauer durchbrachen, gehörten auch Jean-Paul Chiquita (Porsche 911 GT3) und Hermann Bollhalder (Opel Speedster). Einer, der diese Marke bestimmt auch unterboten hätte, wäre Sébastien Coquoz gewesen. Der schnelle Opel-Kadett-Pilot aus der E1 bis 2 Liter musste am Sonntag nach einem technischen Defekt im Training allerdings zuschauen. 

Keine Positionsveränderungen gab es im Berg-Pokal auf den Plätzen 1 bis 4. Ludovic Monnier, Stephan Burri, Hans-Peter Eller und Werner Rohr sicherten sich allesamt souverän einen «Zwanziger».

Monnier Eichenberger Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Ludovic Monnier fuhr zwei Mal eine 2:05er-Zeit © Eichenberger

Alle Klassensieger in Les Rangiers entnehmen Sie der Übersicht: 

Sylvain Chariatte (Honda Integra Type R, SuperSérie bis 3000 cm3), Patric Kuster (Toyota GR Yaris, SuperSérie Comp. bis 3000 cm3), Amir Selimovic (Porsche 911 GT3 RS, Super Série Comp. über 3000 cm3), Markus Brander (March 742, Gr. H bis 1600 cm3), Arnaud Biaggi (Opel Kadett C GT/E, Gr. Hbis 2000 cm3), Angelo Grasso (ITA, Osella PA10, Gr. H bis 3000 cm3), Robin Terrier (Opel Astra, Gr. H Classic bis 2000 cm3), Jean-Louis Fleury (Opel Ascona B, Gr. H Classic bis 3000 cm3), Ruedi Stoop (Chevrolet Corvette, Gr. H Classic über 3000 cm3), Frédéric Fleury (Martini Mk52, Gr. H Classic Monoplace), Alphonse Kilchenmann (Suzuki Swift, ISA bis 1600 cm3), Alain Terrier (Skoda Fabia, R2), Michaël Burri (Toyota Yaris GR, R5), Evann Mallet (FRA, Hyundai Elantra, TCR), Mario Schöpfer (VW Polo, E1 bis 1400 cm3), Hans-Peter Eller (Opel Kadett C, E1 bis 1600 cm3), Ludovic Monnier (VW Golf Rally, E1 bis 2000 cm3), Hugo Mascaro (BMW E30, E1 bis 2500 cm3), Hermann Bollhalder (Opel Speedster, E1 bis 3000 cm3), Bruno Ianniello (Lancia Delta S4, E1 bis 3500 cm3), Nicolas Werver (FRA, Porsche 997 GT3 R, E1 bis 4000 cm3), Manuel Gadeschi (ITA; Subaru Impreza sti, E1 über 4000 cm3), Sabrina Fankhauser (Toyota Yaris, IS bis 1400 cm3), Werner Rohr (Toyota Corolla AE86, IS bis 1600 cm3), Stephan Burri (VW Scirocco, IS bis 2000 cm3), Roman Marty (Opel Kadett C GT/E, IS bis 2500 cm3), Dominic von Rotz (Audi A4 Quattro, IS bis 3500 cm3), «Speedmaster» (Porsche 997 GT3 R, IS über 3500 cm3), Yohan Bardin (FRA, Norma M20 FC, CN bis 3000 cm3), Laurent Brossard (TracKing RC01B, E2 Silhouette), Samuel Métroz (Formel Arcobaleno, E2-SS bis 1150 cm3), Patrick Cholley (FRA, Dallara F311, E2-SS bis 2000 cm3), Roland Bossy (Tatuus F3-T318, E2-SS bis 3000 cm3),Michaël Rollat (Spire GT3, E2-SC bis 1600 cm3), Victor Darbellay (Nova NP01, E2-SC bis 2000 cm3), Joël Volluz (Norma M20 FC, E2-SC bis 3000 cm3).

Und so geht es weiter:
29./30. August, Oberhallau*
19./20. September, Châtel-St-Denis – Les Paccots

* zählt zur Schweizer Junior-Meisterschaft

Speedmaster Cornevaux Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
«Speedmaster» auf dem Ex-Feigenwinter-Porsche 997 GT3 R © Cornevaux

Permalink

13.08.2026 Bergrennen Gurnigel abgesagt!
Gurnigel 2024 Motorsport Schweiz | Auto Sport Schweiz
Das Bergrennen Gurnigel findet 2026 nicht statt © Eichenberger

Die Schweizer Berg-Meisterschaft 2026 besteht nur aus sieben Rennen. Das Bergrennen am Gurnigel (12./13. September) hat der Veranstalter heute morgen mit einer Medienmitteilung abgesagt!

Während wir uns alle auf das Bergrennen in Les Rangiers am kommenden Wochenende freuen, hat uns heute morgen eine wenig erfreulichere Nachricht erreicht: Das Bergrennen Gurnigel am 12./13. September findet nicht statt! In einer Medienmitteilung wurde die Absage vom Veranstalter wie folgt begründet:

«Aufgrund der extrem aussergewöhnlichen momentanen Trockenheit, dem fehlenden Wasser und der damit verbundenen aktuell sehr hohen Brandgefahr haben wir uns in Absprache mit der Gemeinde und der Polizei schweren Herzens dazu entschieden das Bergrennen am Gurnigel 2026 abzusagen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Die Sicherheit aller Besucherinnen und Besucher, der beteiligten Personen sowie der Schutz von Land, Wald und Natur haben für uns jedoch oberste Priorität. Unter den derzeitigen Bedingungen können wir die notwendige Sicherheit leider nicht gewährleisten. Wir bedauern die Absage sehr und bitten um Ihr Verständnis für diesen verantwortungsvollen Entscheid.»

Stand heute wird die Schweizer Berg-Meisterschaft also nur aus sieben Rennen bestehen. Vier davon wurden bereits ausgetragen. Nach Les Rangiers finden noch Oberhallau (29./30. August) und Les Paccots (19./20. September) statt.

Permalink

Gesellschafter

Mitglied von

Ausrüster